Betreff: Niendorfer Notizen
Wir sind wieder einmal in Niendorf an der Lübecker Bucht, dasselbe Quartier wie im Frühjahr. Ich kenne mich also aus und nutze das Durcheinander bei unserer Ankunft, es mir auf dem Sofa bequem zu machen. Ich rechne natürlich damit, von dort wieder vertrieben zu werden. Aber nein, mein erschöpftes Herrchen setzt sich zu mir und betreibt Fellpflege. Ein magischer Moment. Wir spüren beide, dass wir alt geworden sind und uns nach Ruhe und Stille sehnen. Herrchen außerdem nach Lesen, er hat Heinz Strunks „Ein Sommer in Niendorf “ dabei. Aber dann ruft der Jüngste aus unserem Rudel, keine zwei Jahre alt, wir also los. Ihm sind wir gern willfährig. Bei Strunk steht, was uns in Niendorf erwartet: „Roth setzt sich auf einen der überall herumstehenden uniformen Plastikstühle und beobachtet die Leute: in der Mehrheit Alte, Uralte, Superalte. Ein paar Familien und Paare im Erwerbsalter. Feierwütige Partypeople Fehlanzeige, für die ist es hier entschieden zu öde und außerdem zu teuer.“ Unser ...