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Betreff: Nudeln

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Wenn wir meine Rudelaufstellung etwas sehr großzügig auslegen, bin ich der Onkel eines Geschwisterpaares. Freilich sind es keine Hunde, und das ist auch gut so. Und da sind wir auch schon bei der Nudel.   Mein kleiner Neffe mag zwar Nudeln, am liebsten nur mit Käse bestreut, aber er ist kein großer Esser, wie man so sagt. Durch ihn bin ich eigentlich überhaupt erst zur Nudel gekommen. Früher ließ er mal etwas fallen, heute lässt er den halbvollen Teller einfach auf dem Tisch stehen. So wie neulich: Große Rudelverabschiedung vorn am Auto, ich stillschweigend zurück in die Küche und den Teller schrankfertig geputzt. Meine Nichte ist jünger und lässt sich auf ein besonderes Spiel ein. Sie hält eine Nudel in ihrer kleinen Faust und schwenkt sie, und wir beide, sie und ich, lauern darauf, wohin ihr Fäustchen sich wendet – zu ihrem Mund (oder ihrer Nase oder ihrem Auge, motorisch geht das noch nicht so perfekt) oder in meine Richtung, wo sie entweder die Faust öffnet – zack, da schafft...

Betreff: Elvis

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Neulich waren wir auf Usedom, genauer in Bansin. Auf der Promenade gingen mir all die vielen Herrchen und Frauchen und die vielen Hunde auf die Nerven. Hin und wieder machte ich deswegen meinem Unmut Luft, und ich überhörte auch Herrchens dauerndes „bei Fuß“, was kurzzeitig zu einer Belastung unseres Verhältnisses führte.   Am Strand wurde es noch blöder. Da traf ich auf ein Stück vom Wal, der vor einiger Zeit in der Ostsee verendet war. Ich gleich in Kampfstellung mit Ansage. Wann hat man schon Gelegenheit, sich mit dem Teil eines Wals zu messen. Erwies sich dann aber als ein stark bemooster Stein im Wasser. Seine Lebendigkeit kam nur daher, dass die Moosfäden im Wasser hin und her schwammen. Weshalb wir überhaupt in Bansin waren? Weil sich Herrchen mit Elke Pupke traf. Elke Pupke lebt dort, schreibt Usedomer Kriminalromane für den Hinstorff-Verlag, jenen Verlag, der ab und an auch Bücher von Herrchen veröffentlicht. Frau Pupke ist die Auflagenkönigin des Verlages. Jedes Jahr z...

Betreff: Triggerwarnung

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Ich kann die Wähler der AfD verstehen. Auch mich machen die Verhältnisse, in denen ich leben muss, missmutig. Auch ich habe es mit einer Flachzange zu tun, meinem Herrchen. Und das sage ich nicht nur, weil Herrchen Alice Weidel schon journalistisch begleitete, als die noch weit entfernt vom AfD-Parteivorsitz war.   Führung? Bei Herrchen das Undemokratischste, was es gibt. Seine Gassivorschläge – man kann nur den Kopf schütteln. Seine Spiele – albernes Zeug. Seine Futtergaben – ein praktisch leerer Napf. Training in der Gruppe – ja, gern, aber doch nicht so demütigend wie gegenwärtig. Oder nehmen wir nur die unhaltbaren Zustände beim Einkaufen. Ich muss mit, darf aber nicht in den Supermarkt hinein. Früher gab es als Kompensation für meinen Autoverbleib wenigstens ein Würstchen frisch von der Fleischtheke. War nicht so doll, aber besser als gar nichts. Heutzutage gibt es überhaupt nichts mehr. Oder Lachsöl. Wann habe ich zuletzt Lachsöl bekommen? Hanföl, ja, damit stellen sie ...

Betreff: Lübeck

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Neulich waren wir rudelmäßig in Lübeck. Herrchen bog allerdings gleich am Museum St. Annen ab, um sich dort in mittelalterliche Altäre zu vertiefen, wobei er, wenn ich es richtig verstanden habe, einen speziellen im Auge hatte. Frauchen und ich mussten derweil durch die Stadt schlendern.    Was ist Lübeck heruntergekommen! Bestenfalls geruchsmäßig hat die Stadt noch was zu bieten. Ich fragte mich, wieso Herrchen damals nach der Grenzöffnung unbedingt nach Lübeck musste und am liebsten vor Freude geheult hätte, als er endlich am Holstentor stand. Nun, das liegt Jahrzehnte zurück und kann heute bestenfalls als Sentimentalität durchgehen. Beim Stadtrundgang fragte ich mich, weshalb Urlaub und Reisen derart oft als Synonyme verwendet werden. Was hatte ich denn von unserer Urlaubsreise? Mir waren die Gewohnheiten abhandengekommen. Ich schlief schlecht. Das Essen entsprach nicht dem häuslichen Standard. An Spiele war gar nicht zu denken. Leinenzwang überall. Dauernd ging es an den...

Betreff: Maisfeld

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Sind meine kleinen Gedichte beliebt? Bei den folgenden Versen finde ich den Hoppler in der letzten Zeile recht artig. Manchmal springe ich ja auch so umher.   AM MORGEN   Heute Jagd durchs Maisfeld Herrchen bleibt am Rand Herrlich klingt das Rascheln So außer Rand und Band   Herrchen starrt auf’s Handy Wo ich gerade sei Höre ihn auch rufen Sieht blöde aus dabei   Doch dann kommt der Hunger Wie finde ich zurück Wie komme ich zu Herrchen Zu meinem Früh-, Frühstück?   Mehr zu Herrchen auf www.frankpergande.de. Bin auch auf Instagram: elvis.blog 

Betreff: Schnüffeln

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Neulich kam mir kurz vor unserer Wiese ein Eichhörnchen in die Quere. Ich hinterher, die Bäume anspringend, wo es saß, so dass das Holz splitterte, meinen Jagdruf weithin erschallen lassend, der Zapfen nicht achtend, die es nach mir warf.    Schließlich machte ich mich daran, weiträumig die Umgebung abzuschnüffeln, ob ich nicht den Wege des Eichhörnchens wenigstens am Boden erkunden könnte, um es dort zu überraschen. Nun, ich hatte zwar keinen Erfolg. Aber seitdem muss ich immer wieder zu dieser Stelle hin, getrieben von der Erinnerung, hier herumgesprungen zu sein, und in der Hoffnung, vielleicht wieder einmal derart herumspringen zu können. Erst im Nachhinein fiel mir auf, mit welcher Gelassenheit Herrchen mein Gebaren hinnahm und hinnimmt. Er sieht sich kurz die Szene an, schreitet dann weiter und setzt mich dadurch letztlich unter Druck, ihm nach einer gewissen Anstandsfrist zu folgen. Inzwischen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Herrchen solche Erlebnisse zu toler...

Betreff: Aus dem Tagebuch

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Montag Was ist schon an so einer Woche? Montag – Mülltonne rausstellen, Dienstag – Mülltonne reinholen, Mittwoch – Hundegruppe, Donnerstag – leere Eierpackung rausstellen, volle empfangen, Freitag – mein Blog, Samstag – Einkauf, Sonntag – Hundegruppe. Ich habe da wenig Spielraum für Kreativität.   Dienstag Wir haben Besuch. Besuch aus dem Westen, wie Herrchen, der alte Ossi, nicht zu sagen vergisst. Ich verstehe mich mit dem Besuch dennoch super. Sogar der uralte, schon völlig zerfaserte Zerrknoten wird mal wieder hervorgeholt. Herrchen kriegt ja immer gleich Atemnot, wenn er zerren soll. Der Wessi ist da fitter. Mittwoch Es liegt mir fern, Klatsch und Tratsch zu befeuern, aber die neue Freundin von einem unserer Nachbarn hat einen Hund mitgebracht, einen Spaniel – und der hat gleich meine Zuneigung gefunden. Wir pieseln und schnuppern immer eine Weile, leider den Zaun zwischen uns. Herrchen ist schon an der Biogasanlage, bevor ich mich in meiner emotionalen Abgelenktheit b...