Betreff: Elvis
Neulich waren wir auf Usedom, genauer in Bansin. Auf der Promenade gingen mir all die vielen Herrchen und Frauchen und die vielen Hunde auf die Nerven. Hin und wieder machte ich deswegen meinem Unmut Luft, und ich überhörte auch Herrchens dauerndes „bei Fuß“, was kurzzeitig zu einer Belastung unseres Verhältnisses führte.
Am Strand wurde es noch blöder. Da traf ich auf ein Stück vom Wal, der vor einiger Zeit in der Ostsee verendet war. Ich gleich in Kampfstellung mit Ansage. Wann hat man schon Gelegenheit, sich mit dem Teil eines Wals zu messen. Erwies sich dann aber als ein stark bemooster Stein im Wasser. Seine Lebendigkeit kam nur daher, dass die Moosfäden im Wasser hin und her schwammen.
Weshalb wir überhaupt in Bansin waren? Weil sich Herrchen mit Elke Pupke traf. Elke Pupke lebt dort, schreibt Usedomer Kriminalromane für den Hinstorff-Verlag, jenen Verlag, der ab und an auch Bücher von Herrchen veröffentlicht. Frau Pupke ist die Auflagenkönigin des Verlages. Jedes Jahr zur Saison ein Krimi, viele Käufer und Leser, Nachauflagen, Extra-Verkaufstisch in den Usedomer Buchhandlungen, volle Säle bei Lesungen, und einen ihrer Krimis hat sie sogar als Hörbuch eingesprochen.
Im jüngsten Krimi „Mörderischer Herbst auf Usedom“ kommt ein Hund Elvis vor. Er spielt zwar nur eine Nebenrolle, aber für die Mord-Aufklärung beim Gassigehen ist die nicht ohne Bedeutung. Herrchen hatte sich bei der Lektüre gedacht, so wie Elvis beschrieben wird, müsse Elke Pupke mich kennen. Ist natürlich Quatsch, aber Frau Pupke hat dann ein Exemplar ihres Buches für mich signiert. Welchem Hund ist je ein Buch signiert worden!
Was freilich Herrchens Gespräch mit Frau Pupke anbelangt, so kam es, wie ich es mir schon gedacht hatte, bevor wir überhaupt losfuhren. Er kehrte zwar beeindruckt zu Frauchen und mir zurück, vor allem aber geknickt. „Wie Erfolg doch das Selbstbewusstsein fördert“, sagte er nur, mal grün, mal blass vor Neid.
Am Schluss sind wir vom Strand einen Serpentinenweg die Steilküste hoch. Wirkte als Antidepressiva. Denn Herrchen geriet derart außer Puste, dass er noch lange danach nichts mehr sagen konnte. Was uns, Frauchen und mir, auf der Rückfahrt seine üblichen Schwarzmalereien ersparte. Insofern: ein gelungener Ausflug.
Mehr von und über Herrchen auf frankpergande.de.

Unterhalb der Widmung und oberhalb des Ortes steht noch etwas, was ich nicht enträtseln kann. Elvis, gib mir bitte einen kleinen Hinweis
AntwortenLöschenE. Pupke, der Name der Autorin
LöschenHerrchen muss weder grün noch blass werden.Seine Kriminalromane sind "Spitze"
AntwortenLöschen"Welchem Hund ist je ein Buch signiert worden!" ist zwar nicht als Frage geschrieben, ich tue aber mal einfach so, sonst macht meine Gegenfrage keinen Sinn:
AntwortenLöschenWelcher Hund kann lesen und sogar Blogs schreiben?
🤔 hm, grübelgrübel - ohne Ergebnis..