Betreff: Triggerwarnung
Ich kann die Wähler der AfD verstehen. Auch mich machen die Verhältnisse, in denen ich leben muss, missmutig. Auch ich habe es mit einer Flachzange zu tun, meinem Herrchen. Und das sage ich nicht nur, weil Herrchen Alice Weidel schon journalistisch begleitete, als die noch weit entfernt vom AfD-Parteivorsitz war.
Führung? Bei Herrchen das Undemokratischste, was es gibt. Seine Gassivorschläge – man kann nur den Kopf schütteln. Seine Spiele – albernes Zeug. Seine Futtergaben – ein praktisch leerer Napf. Training in der Gruppe – ja, gern, aber doch nicht so demütigend wie gegenwärtig.
Oder nehmen wir nur die unhaltbaren Zustände beim Einkaufen. Ich muss mit, darf aber nicht in den Supermarkt hinein. Früher gab es als Kompensation für meinen Autoverbleib wenigstens ein Würstchen frisch von der Fleischtheke. War nicht so doll, aber besser als gar nichts. Heutzutage gibt es überhaupt nichts mehr.
Oder Lachsöl. Wann habe ich zuletzt Lachsöl bekommen? Hanföl, ja, damit stellen sie einen ruhig. Aber leckeres Lachsöl? Dabei steht eine große Flasche im Schrank. Man müsste sie nur rausnehmen und öffnen. So einfach ist das. Bräuchte man nicht mal eine Flachzange. Kommt aber meine nicht drauf.
Oder unsere Straße, unser Ort. Immer wieder fremde Hunde. Vor allem Urlaubshunde. Was wollen die hier? Unsere Straße ist schon jetzt hundevoll wie bei der AfD das Boot: vorn Maja, dann Lemmy, Reika, Ella, dann Akira. Wobei Akira, fällt mir gerade auf, auch so einen fremdländischen Namen trägt. Ob da alles in Ordnung ist? Wie auch immer, wir Hunde mögen uns zwar nicht immer, aber gegen die Fremden stehen wir zusammen.
Oder die Eindringlinge von der Post. Kriegen die Briefe nicht mehr richtig zugestellt, aber in unser Straße immer den großen Max machen mit ihren quietschgelben Autos und Uniformen, als würden sie als Bienen zum Fasching gehen. Da muss man doch ausrasten.
Wenn ich wählen könnte wie die AfD-Wähler, ich würde das gute alte Tierheim wählen. Klare Strukturen, professionelle Betreuer, gutes Essen, viele Freunde und, was mir viel wichtiger ist, großartige Feinde, mit denen sich wunderbar gebissorientiert kommunizieren lässt.
Mein Dasein ist große Vergangenheit und miese Gegenwart. Ich will meine Heimat zurück. Genau wie die AfD.
Anmerkung von Herrchen: „Elvis, mein Lieber, das war jetzt eine Satire, oder?“

Einfach, Grossartig mein lieber Elvis
AntwortenLöschen.. hoffentlich war das eine Satiere.
AntwortenLöschenHa, schöner Schreibfehler😄
Hauptsache einer kann hier gut schreiben und formulieren, Hut ab, lieber Elvis
So richtig überzeugt ist also Herrchen nicht von der Satire, und gerade dieser Nachsatz überzieht das Vorangesagte mit einer nostalgischen Bitterkeit.
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