Betreff: To barf
Herrchen hält nichts vom Barfen. Barfen sei to barf, sagt er und glaubt Wunder was für ein Wortspiel gemacht zu haben. Dabei hört man das bei jeder Gelegenheit, to barf heißt „zum kotzen“.
Barfen meint, dem Hund Rohes zu füttern – nach dem Vorbild des Wolfes, für den bekanntlich keiner kocht und niemand Fertigfutter bereitstellt, so wie Herrchen das verlässlich für mich tut. Dem Wolf geschieht so etwas bestenfalls durch gelangweilte Soldaten auf weitläufigen Truppenübungsplätzen. Bei Fleisch bin ich fürs Barfen, nicht aber bei Gemüse und Obst, damit können sie mir gestohlen bleiben. Und welcher Wolf mag Heidelbeeren?
Andere Hunde sehen das anders, ich weiß. Rapunzel erntet jeden Garten, egal was darin wächst. Und der kleine Buma, Neuzugang in der Hundegruppe, bekommt eine Heidelbeere in seinen Trinknapf geschwappt, damit er beim Erhaschen derselben auch gleich noch ein bisschen was trinkt, das tut er sonst nicht ausreichend. Besonders dieses Barfen finde ich erheiternd. Heidelbeere! Ich nehme immer gleich die Gießkanne auf der Terrasse mit bestenfalls unten ein paar Algen drin. Nur die unzureichende Länge von Schnauze und Zunge verhindert, dass ich die Gießkanne bis auf den Grund ausschlürfe. Herrchen füllt sie verlässlich mit frischem Quell.
Aber wir waren nicht beim Saufen, sondern beim Barfen. Interessant ist, dass Herrchen bei seiner Ablehnung gar nicht das übliche Argument verwendet, das da lautet: Wenn ausschließlich Rohes gefüttert werde, könne das einerseits zu Mangelerscheinungen führen, andererseits zur Übertragung von Krankheitserregern. Herrchen sagt vielmehr, das Barfen sei auch nur eine Mode, die komme und wieder gehe. So wie damals bei Linda Tellington-Jones, die meinte, wenn man den Hund angähne, könne man sich auch bestens mit ihm verständigen, weil Hunde versöhnlich gähnen würden. Sie erfand auch eine TTouch-Methode, auf die manche Hafermilch-Freunde noch heute schwören, weil sie so schön zärtlich und friedlich daherkommt, auch wenn die Detailnamen täuschen, nämlich Lama-Touch oder Tarantel-Touch oder Python-Touch und was es sonst da noch gibt.
Wie beim TTouch steckt auch beim Barfen eine Frau dahinter, und wie bei Tellington-Jones eine Kanadierin: Debbie Tripp. Barf – das Wort ist eigentlich eine Abkürzung, aber schon deshalb eine unglückliche, weil man gar nicht weiß, ob man nun barft oder gebarft wird und wer überhaupt barft, Herrchen und Frauchen oder doch der Hund. Herrchen sagt, was mit Sprachverwirrung losgehe, komme sowieso nicht weit.
Ich bin allerdings überzeugt, sein eigentliches Motiv, gegen das Barfen zu sein, verbirgt Herrchen. Er wird nämlich selbst allzu oft gebarft und zeigt dann Mangelerscheinungen. Frauchen liebt nun einmal Salate, also bekommt er immer wieder welche vorgesetzt und stöhnt dann mit einem Doris-Dörrie-Zitat: „Frauen und Salat!“
Gegen Salate zu sein, hält Herrchen glücklicherweise nicht davon ab, ab und an auch mit mir zu barfen, allerdings so, wie Herrchen manchmal einen Keks isst oder eine Praline. Mit rohem Fleisch machen wir gelegentlich ein Suchspiel oder was mit dem Futterdummy, manchmal gibt es auch einen Kong mit Gehacktem. Der letzte Kong aber liegt Ewigkeiten zurück, vorgestern war es, glaube ich, oder sogar noch den Tag davor? Zu lange her, um sich zu erinnern. Im Grunde kann so etwas als Barfen auch gar nicht zählen, es ist etwas für den hohlen Zahn.
Was lehrt uns das alles jetzt? Nichts. Es ist genau wie im Feuilleton: Schön, dass wir mal eine große Welle gemacht haben, aber ansonsten bleibt alles wie gehabt.
Bin übrigens auch auf Instagram unterwegs unter elvis.blog, und mein Blogeintrag kann auch sonst gern geteilt werden.

["Herrchen] wird nämlich selbst allzu oft gebarft und zeigt dann Mangelerscheinungen. Frauchen liebt nun einmal Salate, also bekommt er immer wieder welche vorgesetzt " Ich habe so herzhaft gelacht! Grandios! 😅 Ich freue mich auf nächsten Freitag!
AntwortenLöschenElvis, dein ,,Herrchen,,könnte dir auch unter deinem Futter frische Kräuter mischen, dann haben alle was davon, Herrchen bekommt Salat und Elvis frische Kräuter wie Petersilie gut gegen Mundgeruch und dann frischgehacktes Thymian, Basilikum oder Rosmarin, dass stärkt dein Immunsystem und du,lieber Elvis , bleibst gesund. !!! Sollte dein Frauchen oder Herrchen mal drüber nachdenken 😀😉👍
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