Betreff: Dreiklang
Neulich haben wir in der Hundegruppe uns wieder einmal mit der Übung Dummy unterhalten. Dabei werden Dummys – seltsame Gebilde, halb Stöckchen, halb Kissen – irgendwo versteckt, und unsereiner muss sie dann suchen. Herrchen hat stets drei Dummys dabei. Zwei fand ich auch im Augenblick, nicht aber den dritten. Was tun? Ich machte daraus einen schönen Dreiklang: Dummy, Dummy, Freigang.
Denn da mir die Suche zu mühselig wurde, bin ich los, um mich in der Gegend umzusehen, die ich olfaktorisch ganz interessant fand. Ein bisschen Sentimentalität war auch dabei, denn dort, wo wir „Dummy machten“, ist der Ort, wo ich einst meine besten Abwesenheitsleistungen vollbracht habe. Der Rekord: mehr als zwei Stunden.
Nun, ich bin älter geworden und kenne Herrchen inzwischen viel besser, war diesmal also bald wieder da. Aber das half auch nichts, die schlimmste aller Strafen blieb mir nicht erspart: Ein modernes pädagogisches Gespräch mit Herrchen, der sich zu diesem Zweck im Auto neben mich setzte und einleitete mit der sanft vorgetragenen Frage: „Elvis, warum musstest du wieder ausbüxen? Gefällt es dir nicht in unserer Gemeinschaft?“ Also, ehrlich gesagt, Leckerli-Entzug für ein paar Stunden oder Anschiss wären mir als Strafe lieber gewesen als solches Gedöns.
Überhaupt diese moderne Pädagogik. Beim Dummy gibt es noch die besondere Form des Futter-Dummys. Der besteht aus einer Art Beutel, in dem Leckerlis drin sind. Früher habe ich die Suche nach Futter-Dummys kurz und knapp gestaltet. Hin, den Sack auf meine Weise geöffnet, leergefressen, liegengelassen, was vom Sack nach meiner Behandlung noch übrig war.
Aber nein, ich soll den Futter-Dummy auffinden, Herrchen bringen und zur Belohnung den Inhalt des Säckchens erhalten, indem Herrchen es öffnet, nicht ich. Typisch sozialdemokratisch: So werden unnötig neue Abhängigkeiten geschaffen. Auf einmal bin ich abhängig von Herrchen, um an die Leckerlis zu kommen, was für mich an sich kein Problem wäre. Und vermutlich ist das auch noch typisch grün, denn die Grünen sind garantiert für dieses Spiel, damit die Beutel nachhaltig bleiben und nicht im Wald vermodern.
Dass Herrchen bei solchen Übungen so unerbittlich mitmacht, schiebe ich allerdings weniger auf rot-grüne Begeisterung bei ihm, sondern eher auf seine Disziplin. Und er ist nur deshalb so diszipliniert, weil es immer wieder in einer Katastrophe mündet, wenn er doch mal über die Stränge schlägt. So wie neulich, als er nur kurz an einen offenen Bücherschrank fahren wollte, weil ihm angeblich gerade ein fesselnder Roman fehlt (er hat ja keine Bibliothek zu Hause, grins). Also praktisch ein völlig unnützer Umweg.
Er kriegte die Kurve nicht richtig, fuhr so halb gegen den Bordstein und holt sich einen Platten – pfff, ich habe gehört, wie die Luft entwich. Nun musste der Kfz-Meister seines Vertrauens kommen – und der kam doch tatsächlich höchstpersönlich –, um Herrchen aus der Patsche zu helfen. Was machte aber unser Meister? Stieg aus und gönnte mir erst einmal ausführliche Fellpflege.
Da fiel mir gleich Wagner ein, wie recht er doch in den „Meistersingern“ hat: „Verachtet mir die Meister nicht! Und ehrt mir ihre Kunst! Was ihnen hoch zum Lobe spricht, fiel reichlich euch zur Gunst!“ Hoffentlich hat Herrchen bei so viel Gunst das deutsche Handwerk mit einem angemessenen Trinkgeld geehrt. Gegen meine pessimistische Erwartung waren wir nämlich rechtzeitig zu meiner Abendmahlzeit mit neuem Reifen wieder zu Hause.

Elvis musste ausbüxen , weil Elvis die Gene vom Beagle in sich trägt, Herrchen ,dass solltest du mal allmählich registrieren . Das kann man schon an der Zeichnung seines Fell's erkennen....!!😄😄
AntwortenLöschenAlso Leckerlis erst bringen müssen, bevor man was davon bekommt, pff, da könnte mein Frauchen auch ewig warten. Bis dahin bekommt sie selber Hunger und mit meinen Kulleraugen weiß ich, dass ich ein Stück Käse abbekomme. Viel einfacher als das ganze Gesuche.... Wuff, Bärchen
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