Betreff: Baumstamm

Neulich fand ich Gelegenheit, Herrchen ein Kuchenstück, Baumstamm genannt, vom Teller wegzufuttern. Dabei nutzte ich das Durcheinander, welches bei Frauchens Ankunft immer entsteht und an dessen Entstehung ich keinen geringen Anteil habe durch Umherspringen, Fellpflegeeinforderung, Schwanzwedelung, Plüschtiervorzeige usw. 

 
 

Ich kümmere mich überhaupt regelmäßig bei Frauchens Ankunft darum, dass nach einer öden Woche mit Herrchen etwas Wildes passiert, um Frauchen in der Überzeugung zu festigen, Herrchen habe mich nicht im Griff. Denn mein diesbezüglicher Einsatz belebt erkennbar die Beziehung der beiden, und so sehe ich mich in der Pflicht.

Der Kaffeetisch war bereits gedeckt, und nach der ersten Frauchen-Begrüßung schaute ich mir den an, fand den Baumstamm und dachte: Den testets du mal. Bevor ich zu den Einzelheiten meines Testergebnisses komme, nehme ich das Gesamtergebnis vorweg: Ich denke, ich habe durch meine Baumstamm-Vernichtung Herrchen vor schweren gesundheitlichen Problemen bewahrt, wenn nicht gar vor dem Ableben. Dankbarkeit für diese Rettung hat er allerdings nicht gezeigt, im Gegenteil.

Hier die Details:

Aussehen: Der Baumstamm hat eine zylindrische Form, daher wohl auch der Name. Auf der Unterseite ist er etwas abgeflacht. Er ist in etwa so lang wie ein handelsübliches Stangen-Leckerli, allerdings vom Umfang bestimmt das Fünffache. Bei Stangen-Leckerlie fällt mir ein, dass ich neulich eines von Josera mit Heidelbeere bekam und gegen alle Erwartung feststellen musste: sehr, sehr gut. Aber zurück zum Baumstamm: Seine Farbe hat das weißliche Grau von Himmel und Meer in Niendorf an der Ostsee, wo Herrchen den Kuchen beim Bäcker kaufte. An den beiden Enden gibt es bräunlich-schwärzliche Verfärbungen, die sich auf der Unterseite fortsetzen und mit kleinen Einsprengseln auch auf dem Weißen obenauf.

Material: Im Kern ist der Baumstamm eine sogenannte Rumkugel, nur eben anders geformt. Die Rumkugelmasse wird von einer Marzipanschicht umhüllt, wobei ich denke, echtes Marzipan kommt dabei bestimmt nicht zum Einsatz. Die dunklen Stellen rühren von der Kuvertüre. Wer jetzt gleich erschrocken einwendet, dass Hunde Schokolade nicht futtern dürfen, dem sei gesagt, dass der eigentliche Giftstoff ja Kakao ist und an dieser Kuvertüre zwar viel Fett, aber bestimmt keine Kakaobohne verschwendet wird.

Textur: Im ersten Biss angenehm vollmundig mit Rumgeschmack. Aber schon wird das Vollmundige immer Vollmundiger, und ich hatte bei meiner Zeitnot alle Mühe, das gesamte Stück herunterzuwürgen, weil es immer mehr und dazu immer schwerer süßlich wurde. Diese Zeitnot könnte möglicherweise auch mein Testergebnis verfälschen, aber bestimmt nur leicht.

Abgang: Klebrig, extrem süß, am Gaumen haftend und den Magen wie Beton ausgießend, Völlegefühl, Sodbrennen. Dabei zähe Zuckerreste zwischen den Zähnen. Durst.

Nachhall: Erschöpfung wie nach dem Hundetraining, unangenehmes Aufstoßen, Mundgeruch. Auf dem Boden verbliebene Krümel sogar liegengelassen. Beeinträchtigungen des Nachtschlafs erwartet. Obstipation befürchtet. Aber am anderen Morgen – nach erfreulich normaler Nacht – vermochte ich mich zum Glück auch normal zu lösen. Übrigens just in dem Augenblick, da Frauchen neben mir in Hundekot trat. Hätte Herrchen mich begleitet, also ohne Leinenzwang, wäre so etwas bestimmt nicht passiert. Aber das nur nebenbei.

Bin auch auf Instagram unterwegs unter elvis.blog.

Kommentare

  1. 🤣🤣🤣 Na immerhin hat euch Elvis noch die Krümel übrig gelassen. Das ist für seine Verhältnisse ja bereits gönnerhaft

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  2. Immerhin ist die Nacht verlaufen, da hat Herrchen Glück gehabt.Aber ganz nebenbei Elvis , dein Herrchen bringt dich regelmäßig zur Hundeschule, wobei ich feststellen muss, dass sie bis jetzt noch keine wirklichen Erfolge erzielt hat und Herrchen hat auch nicht viel gelernt und umgesetzt...😀😀😋

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